Wir verurteilen den niederträchtigen Bombenanschlag in Suruç!

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Kobane, Köln, Suruc

20.07.2015 – Köln

11745326_1612995665617719_2703792667358337766_n (1)
Amara Kulturzentrum in Suruc

Die Initiative „Kölner Helfen“ verurteilt den niederträchtigen Bombenanschlag in Suruç auf 300 junge freiwillige Helferinnen und Helfern, die gemeinsam beim Wiederaufbau Kobanês helfen wollten.

11737853_10154125601302516_7859540485077606908_n
Diese jungen Menschen aus Istanbul und Ankara wollten nur Spielzeuge nach Kobane bringen. Viele sind heute tot oder schwer verletzt.

Wir sind zutiefst erschüttert über diesen barbarischen und feigen Anschlag auf freiwillige Helfer mit vielen Toten und Verletzten!

Das Amara Kulturzentrum dient seit letztem Jahr im September, als der IS-Angriff auf das benachbarte Kobanê einen riesigen Flüchtlingsstrom auf Suruç auslöste, dem Krisenstab der Stadt Suruç als Koordinierungsstelle für die Flüchtlingshilfe. Geleitet wird diese Stelle fast ausschließlich von jungen Freiwilligen aus der gesamten Türkei aber auch unter Mithilfe junger Menschen aus dem Ausland, die zum Teil monatelang unermüdlich von morgens bis spät in die Nacht dabei helfen, die Flüchtlinge zu versorgen und deren Hilfe zu koordinieren – so schwierig es auch ist.

10513466_10154125586012516_8954928135049224620_n
Text auf dem Bild: „19-24. Juli werden wir in Kobane sein. #SGDF “ (Förderation der sozialistischen Jugendverbände)

Uns selbst hat das Amara Kulturzentrum auf unseren letzten drei Delegationsreisen nach Suruç zudem als Unterkunft gedient. Wir und viele andere Delegationen wurden hier willkommen geheißen.

Wir alle sind tief betroffen und trauern um die vielen Toten und Verletzten, unter ihnen womöglich auch einige unserer lieb gewonnenen Kooperationspartner vom Krisenstab sein dürften.

17014_1612995738951045_1441965902622032824_n
Krisenstab des Amara Kulturzentrums (Vor dem Anschlag).

Nach Angaben der Presse verdächtigt die Türkei den Islamischen Staat, hinter dem Bombenangriff mit mindestens 35 Toten und über 100 Verletzten zu stecken – es ist von einer Selbstmordattentäterin die Rede. Aber wer steckt hinter dem IS? Der türkische Staat hat in den letzten 3 Jahren zumindest durch seine negative Haltung zur Situation in Kobanê und zu den selbsverwalteten kurdischen Gebieten in Nordsyrien (Rojava) direkte oder indirekte logistische Unterstützung für den IS geleistet. Es stellt sich uns die Frage, wie der türkische Staat, der die besagte Kreisstadt Suruç und die gesamte Region mit Militär, Polizei und Geheimdienst übersät hat, von einem solchen Anschlag nichts mitbekommen haben soll. Daher besteht leider der Verdacht, dass dieser feige Anschlag auf die demokratischen Kräfte, Jugendliche und Studenten zumindestens billigend in Kauf genommen wurde.


Nachdem es die syrisch-kurdischen Verteidigungseinheiten YPG/YPJ im Januar mit Unterstützung US-angeführter Luftangriffe geschafft hatten, den IS aus dem Zentrum Kobanês und angrenzender Dörfer zu vertreiben, ist eine neue Taktik des IS zu verzeichnen: sie versuchen mit feigen Selbstmordattentaten die Menschen zu demoralisieren. Zuerst in Kobanê und nun auch auf der anderen Seite der Grenze, im 10 km entfernten Suruç.

Am 24.06.2015 wurden durch u.a. über die türkische Grenze eingeschleuste Selbstmord-Attentäter und andere IS-Kämpfer über 252 Zivilisten in Kobanê bestialisch ermordet.

Auch heute gab es zeitgleich einen versuchten Selbstmordanschlag auf eine Schule in Kobanê, welches von den Volksverteidigungseinheiten der YPG im letzten Moment vereitelt werden konnte.

klein
Solidaritätsdemonstration mit den Opfern des Bombenanschlags in Köln am 20.07.2015.

Wir rufen die Bundesregierung und andere EU- und Nato-Staaten dazu auf, ihre Zusammenarbeit mit dem türkischen Staat solange auf bilateraler und militärischer Ebene auszusetzen, bis diese endlich Ihre Unterstützung für diese Mörderbanden des IS einstellt.

Wir fordern den Internationalen Gerichtshof dazu auf, den IS und die Staaten, die den IS unterstützen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem UN-Tribunal in Den Haag zu verklagen und die wahren Verantwortlichen dieser Massaker zur Rechenschaft zu ziehen.

Ferner fordern wir die internationalen Institutionen und die Öffentlichkeit dazu auf, jetzt erst recht den Wiederaufbau der Stadt Kobanê und anderer Orte, die durch den IS zerstört worden sind, voranzutreiben und zu unterstützen.

Initiative „Kölner Helfen“

Mit Menschlichkeit gegen die Barbarei!

 Bilder der Opfer vom Anschlag