Hilfeaufruf der Bürgermeisterin von Diyarbakir

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Der Brief in Originalfassung

An Kinderhilfe Mesopotamien e.V. / An TÜDAY e.V.
Diyarbakır, den 23.09.2014
Sehr geehrte Damen und Herren,
bekanntlich, sind die Völker in Syrien und im Irak seit längerer Zeit den Angriffen der Terrororganisation ISIS (Islamischer Staat im Irak und der Levante) ausgesetzt. Ziel der Angriffe im Irak in Mossul, in Tal Afar, in der Region Shingal und zu letzt in Syrien auf den Kanton Kobanî sind die verschiedenen Religionen und ethnischen Gruppen (Kurden, ezidische Kurden, Kaldäer, Aramäer, Turkmenen). Im Ergebnis sind hunderttausende von Menschen gezwungen in sicheren Regionen Zuflucht zu finden.
ISIS hat in Shingal (Irak) gegen das ezidische Volk ein Massaker verübt und dabei sind mehr als tausend Menschen getötet worden. Die Frauen sind einem Genozid und Vergewaltigungen ausgesetzt. Viele Menschen, die vor der Gewalt der ISIS-Barbaren in die Shingal Berge fliehen mussten, sind an Hunger und Durst gestorben. Etliche Eziden haben ihre Heimat Shingal verlassen müssen und haben sich als Flüchtlinge auf dem Weg gemacht. Viele haben die Grenze passiert und haben Zuflucht in den Städten Diyarbakır, in Batman, in Mardin, und in Şırnak in Nord Kurdistan gefunden.
Der seit dem 15. September 2014 andauernde Angriff der ISIS auf den syrisch-kurdischen Kanton Kobanî löst eine neue Flüchtlingswelle aus und treibt hunderttausende von Menschen über die Grenze, die meisten davon sind ältere Personen, Frauen und Kinder.
Die Menschen, die vor den ISIS-Angriffen geflohen sind und in unserer Stadt Diyarbakır Zuflucht gefunden haben, sind von unserer Stadtverwaltung Diyarbakır und von zivilen Gesellschaftsinstitutionen sehr herzlich aufgenommen worden. Alle unsere Möglichkeiten wurden mobilisiert, um die Bedürfnisse der Flüchtlinge zu erfüllen. Gewiss sind die Möglichkeiten unserer Stadtverwaltung und der zivilen Institutionen beschränkt, deshalb haben wir vor allem bei der Unterbringung, und der Grundversorgung große Schwierigkeiten. Tausende von Menschen leben in den von uns aufgebauten Zeltstädten. Unter den harten Bedingungen des bevorstehenden Winters wird es sehr schwierig sein, das Überleben dieser Menschen sicherzustellen. Deshalb benötigen wir dringend Unterstützung bei der Unterbringung, Gesundheits- und Lebensmittelversorgung dieser Menschen.
Aus diesem Grund hat unsere Stadtverwaltung eine Spenden-Kampagne gestartet und dafür ein offizielles Spendenkonto eröffnet, um die Grundbedürfnisse von unseren Geschwistern (Kurden, ezidische Kurden, Aramäer, Kaldäer, und Turkmenen) zu erfüllen. Es ist für uns wichtig, dass alle nationalen und internationalen Institutionen sensibilisiert werden und sich solidarisch zeigen.
Alle Spendengelder, die auf dieses Konto eingehen, werden ausschließlich für Lebensmittel, Unterkunft, Gesundheit, Kriegstrauma-Therapie, Lebensorientierung, Rehabilitation u.ä. der Flüchtlinge verwendet und die Ausgaben werden veröffentlicht. Außerdem bekommen die Institutionen, die gespendet haben samt Ausgabenbelegen detailliert Informationen darüber, wofür die Spendengelder verwendet wurden.
In diesem Zusammenhang ist die Entscheidung Ihrer Institution, sich am Solidaritätsnetzwerk zu beteiligen und in diesen schwierigen Zeiten den Völkern beizustehen im Hinblick auf Brüderlichkeit der Völker ein wichtiger Schritt.

 

In tiefstem Respekt

Gültan KIŞANAK                                                            Firat ANLI

Co-Oberbürgermeisterin in Diyarbakır                                   Co-Oberbürgermeister in Diyarbakır

Unsere Kontonummern:

VakiflarBankası Diyarbakır Merkez şubesi

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SWIFT: TVBATR2A